Dem alten Schlachthof war seine ursprüngliche Funktion durchaus anzusehen - an der Decke hingen noch die Haken für die Schweine/Rinder. Kamen diese Tiere an dieselben Haken oder gab es unterschiedliche Haken für Schweine/Rinder? Jedenfalls bestanden Befürchtungen (genau genommen von Andis Seite), dass diese Haken während des Konzerts von der Decke herunterfielen, aber uns wurde versichert, dass dies noch nie geschehen sei.
Als Andi und ich in Bruck (hah, tolle Abkürzung) ankamen, war von Flo und Bernd noch nichts zu sehen; hätte ich nicht gedacht. Die Brucker Jugend, die den Schlachthof als Jugendzentrum umgebaut hatte, war sehr zuvorkommend zu uns. Mir kam es vor, als ob jeder in einer Band spielt. Da habe ich mir mal wieder Gedanken über meine Unmusikalität gemacht, aber diese Gedanken sind schnell verstorben. Im Programmheft wurde tonair von der Musikrichtung als "stromgitarre" deklariert; gefällt mir. tonair sollten vor einer einheimischen Band namens Cosco spielen.
Direkt benachbart zum Schlachthof wohnt ein Alkoholiker, der sich jedes Mal bei einem Konzert beschwert und sechs Flaschen Bier fordert. Heute hat er sein Bier zu spät bekommen, weswegen er anfangs das Tor zum Jugendzentrum verschlossen hatte; welch eine nette Geste. Daraufhin bekam er endlich sein Bier, das Tor blieb offen, aber es kamen trotzdem nur tröpfelweise Besucher. Bei dem überragend guten Wetter kann ich diese Konzertunlust auch nachvollziehen. Komisch war nur, dass die Brucker Band keine Fans eingeladen hatte. Irgendwann wurde dann beschlossen, dass tonair anfangen sollen. Zu dem Zeitpunkt waren etwa 20 Besucher im Hause. Die Jungs haben ihre Sache sehr gut gemacht, während ich gemütlich im Sessel geflackt bin. Beim letzten Lied vor der Zugabe ist Flo die Saite gerissen, aber das Saitenaufspannen beherrsche ich noch nicht, es sollte mir erst morgen gezeigt werden. Dem Publikum hat der Auftritt sichtlich gut gefallen, ich sah aus meiner bequemen Lage im Sessel viele nickende Köpfe, wippende Körper und Schmunzeln bei den Ansagen. Beim Konzert der Brucker Band war erstaunlicherweiser wieder weniger los, aber das hinterfrage ich nicht.
Zum Schluß haben wir die verbliebenen Semmeln/Brezn verspeist, ein letztes Bier getrunken - zwischendurch habe ich mit Bernd die live-Aufnahme auf CD im Auto gehört (die wird garantiert mal eine Rarität) - und sind dann heimwärts. Zum Ausgehen hatten Andi und ich keine Energie mehr.
servas,
der paul |