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12.05.01 - Jugendzentrum Bad Wörrishofen
Von Bad Wörrishofen habe ich im Vorfeld schreckliche Sachen gehört: Kurort, totlangweilig, nur Rentner dort. Als wir im Jugendzentrum ankamen (dieses Mal waren wir echt ökologisch korrekt, alle Mann in einem Auto!), erstaunte es mich dann doch, dass dort tatsächlich junge Leute waren.
Es sollten acht Bands auftreten, die Reihenfolge wurde bei unserer Ankunft verlost. Es kam zum größtmöglichen Unglück: Konzert um halb eins als letzte Band. Dieses Losglück brachte, wie sollte man es anders erwarten, einigen Unmut bei tonair mit sich. Als erstes fuhren wir nach Bad Wörrishofen downtown, um etwas zu speisen. Im Stadtkern war ich überzeugt von den schlimmen, zu Ohren gekommenen Dingen: lauter Menschen jenseits der 60. Es war eine so große Stille in der Stadt, dass wir uns nicht trauten, laut zu sprechen. Immerhin habe ich mir den Schuljungenstreich nicht verkneifen können, bei einem Restaurant an der Außentafel die Ziffern im Zehnerbereich bei den Angeboten wegzuwischen. Ich hoffe auf eine Erwähnung in der hiesigen Lokalpresse.
Beim Besuch des Italieners unterhielten wir uns über die Nicht-Existenz unserer Frauengeschichten. Dieses Gespräch hielt nicht lange an, also schnackten wir lieber über Autos und vergangene Auftritte. Gestärkt kehrten wir zum Jugendzentrum zurück, der Wettbewerb dauerte aber noch nicht sehr lange, so dass wir drei Stunden überbrücken mußten. Alle Bands sich anhören war langweilig, also langweiligte ich mich lieber, ohne die Bands anzuhören.
Endlich war es so weit, dass der Aufbau und Soundcheck anfingen. Andi hatte eine alte Bassbox einer lokalen Band, die schon lange nicht mehr spielt, für sich beschlagnahmt und war vom Sound sehr angetan. Er setzt nun alle Hebel in Bewegung, diese Bassbox zu erstehen. Ich wünsche ihm dabei alles gute. Auftritt um halb eins, und der Saal war immer noch voll. Schätzungsweise kann die Wörrishofener Jugend nirgendwoanders hin, so dass sie bis zum Schluss ausharren. Und die Leute tanzten! Dies gefiel den Jungs offensichtlich, und sie sind voll abgegangen. Nach dem Konzert gab es Lob und Fragen nach neuen Konzerten von allen Seiten. Leider war es von vorneherein klar, dass tonair gar nicht gewinnen konnten, da doch nicht alle Besucher bis zum Schluß geblieben sind. Dies hat den Flo ein wenig verdrossen gemacht, aber dafür hat ihm der Auftritt an sich (wie Bernd und Andi auch) sehr gefallen. Ich habe den Eindruck, dass sich tonair langsam eine Fangemeinde aufbauen.
Die Heimfahrt war fad, Flo und und ich sind eingepennt, aber dafür hat Andi den fahrenden Bernd unterhalten. Eigentlich hatten Andi und Flo vor, mich in das Nachtleben der Metropole Aichach einzuführen, aber dazu kamen wir definitiv zu spät heim.

ade,
der paul

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