aktuelles | über tonair | fotos | live | musik | pauls notizen | gästebuch | kontakt | @myspace
29.06.01 - Stadtfest Neusäß
Wieder einmal musste ich mich der Bahn auf dem Weg nach Augsburg begeben. Ich mag Bahnfahren sehr, auch wenn es ohne BahnCard meiner Meinung zu teuer ist. Gestern wurde mir mein Portemonnaie geklaut, mit der BahnCard drinnne. Die Beantragung einer neuen BahnCard kostet doch tatsächlich 30 Mark. Was ein neuer Führerschein kostet, will ich erst gar nicht wissen. Aber um einen neuen komme ich echt nicht drumrum. tonair traf ich auf dem Stadtfest; als Schmankerl habe ich jedem ein Foto (von meiner Feier) nachgemacht und mitgebracht. Es war ein lauer Sommerabend, und so schlenderten wir zuerst über das Festgelände und aßen eine Kleinigkeit. Der anschließende Aufbau und das Konzert selbst und der Rest waren alles sehr entspannt. Die Techniker und Veranstalter waren äußerst nett, fragten uns nach dem Wohlbefinden und besonderen Wünschen. Z. B. boten sie Wasser ohne Kohlensäure an. Dies erschien mir auf dem ersten Blick übertrieben, aber es macht wirklich Sinn, denn: Kohlensäure bereitet ein Aufstoßen. Aha, werde ich mir merken. Außerdem werde ich mir merken, dass, wenn ich Andi ein Bier auf die Bühne stelle, dies auch gleich aufmache. Heute tat ich dies, ohne es zu öffnen, obwohl mich Flo dazu aufforderte. Aber ich hatte nur ein nonchalantes Lächeln übrig. Und Andi ein geschlossenes Bier.
Vor dem Konzert erzählte Flo etwas von der Uni; nämlich, dass sie gerade Werbetexte analysieren. Daraufhin hat er aus purem Spaß ein Tocotronic-Lied ("Wir sind hier nicht in Seattle, Dirk") analysiert, und davon nur die ersten zwei Zeilen, die wo da lauten tun: "sie hat zwei beine, und sie hat zwei augen". Hey, Flo let's go: "Die ersten zwei Zeilen weisen eine anapherhafte Struktur auf. Somit unterscheidet sich der Liedtext schon im Beginn von einem Gebrauchstext, da Letzterer sicherlich eliptisch formuliert wäre, also 'sie hat zwei augen und zwei beine'; die Konjunktion 'und' hätte hier ihren Zweck, syntaktisch gesehen, erfüllt. Folglich bedient sich der Verfasser des Liedes einer Kunstsprache, die zum einen lyrischer Motivation ist, zum anderen natürlich aus der Determiniertheit durch das Versmaß (gebunden an die Melodie) resultiert. Das Pronomen 'sie', das als erstes Wort erscheint, teilt dem Leser wohl mit, dass hier eine weibliche Person thematisiert wird. Interessant ist die Beschreibung dieser Person: es werden zwei Begriffe pars pro toto verwendet, nämlich 'Beine' und 'Augen'. An sich sind Synekdochen, um Personen zu beschreiben, nichts Ungewöhnliches; schon in der Liebeslyrik Shakespeares ist Nennung des Teils für das Ganze ein beliebtes Mittel, um die Geliebte zu charakterisieren. Nur bei Shakespeare und anderen Lyrikern werden die Körperteile durch Adjektive oder Vergleiche attributiert, möglich wäre zum Beispiel 'ihre Augen sind wie die Sonne...' usw. Bei dem Tocotronic-Text fehlen solche Attribute. Lediglich auf die anatomische Gestalt der Person wird durch die jeweilige Verwendung des Zahlenwortes 'zwei verwiesen." Flo meinte nun, dass Tocotronic es bestimmt bescheuert fänden, wenn sie wüßten, dass er ihre Texte analysiert.
Da fällt mir gerade ein, dass ich gelesen habe, dass Blumfeld-Texte im Abitur analysiert wurden (nicht dieses Jahr, also nicht beim aktuellen Album; ich weiss auch nicht mehr das Bundesland - doch nicht etwa Hamburg? haha). Es spielte eine zweite Band nach tonair (oje, die Jungs haben bisher fast immer das unglückliche Los als erste zu spielen) - der Schlagzeuger sagte vor dem Konzert "spanischer Melodic-Rock". Aha. War aber ok. Wir saßen ein bißchen rum und tranken ein Bier und aßen weiter Leckereien. Da traf ich einen Freund von mir, der mir die Freiwillige Feuerwehr zeigte. Er führte mich dort rum, zeigte mir die Feuerschutzhauben, die Wagen, die Anzüge usw. Dort fiel ich auch gleich dem Sheriff auf, der wohl dort nach dem Rechten schaut. Zudem zeigt mit der Freund ganz stolz sein Latex-Unterhemd. Für so etwas wäre es mir wirklich zu heiss, ich kann mir gar nicht vorstellen, wie die Haut da atmen soll/kann.
Im Anschluß an das Sommerfest fuhren die Jungs (hey, alle zusammen!) zu einer Rockdisco nach Hollenbach. Ich konnte leider wieder nicht mit ihnen rumziehen, da ich noch nach München fahren mußte. Das mit dem Rumziehen wird spätestens bei der Tournee eine enorme Gaudi; garantiert. Weswegen macht man auch sonst eine Tour?

gehabt Euch wohl,
der paul

<< inhalt >>