Jetzt ist für das letzte Konzert schon fast drei Wochen her. Ach herrje,ich habe die Jungs und ihre Musik sehr
vermißt. Dies wissen sie gar nicht (bis auf den Andi), dafür lesen sie es halt nun. Heute fand das Finale des
Sprungbrett-Wettbewerbes der Stadt München statt, es beteiligten sich Homeslice, Celest, Jettison und tonair.
Und keine Band singt auf deutsch, ist das etwa ausgelutscht?
Für heute hatte ich viele Freunde eingeladen. Ich war sehr gespannt. Die Jungs traf ich am frühen Abend, es gab
nichts zu tun, also aß ich was und schnackte. Meine Lieblingsbeschäftigungen, gefolgt von Löcher in die Decke
starren.
Als erste Band spielten heute Celest. Diese haben einen irischen Sänger, der nett und lustig ist und für einen Iren
sehr verständliches Englisch spricht. Nach dem Konzert sagte mir der zweite Gitarrist (Flo Burges,
Reserve-Scheibendreher von Marc Liebscher), dass sie alle sturzbesoffen seien, zeigte auf eine zu drei vierteln
leere Wodka-Flasche und meinte, dass man alles nicht zu ernst nehmen sollte. Er trank den Wodka mit Red Bull
vermischt, woraufhin ich ihn auf die gesundheitlichen Schäden hinwies. Meines Wissens sind in Schweden drei
Menschen an diesem Gesöff gestorben, aber so ganz erklären kann ich dies nicht (noch nicht mal als
angehender Chemiker). Und den Flo hat's eh net interressiert.
tonair traten als zweite auf und spielten, Tatsache, den Saal voll. Vor der Bühne standen lauter von der Musik
berauschte Menschen und lächelten selig. Das klingt unter Umständen pathetisch, aber es war wirklich so. Der
Auftritt machte den Jungs sichtlich viel Spass, nach dem Konzert meinte Andi, dass ihm die Platzierung egal sei,
denn der "Auftritt war einfach geil". Flo schwitzte wie immer phänomenal, sogar an den Knien sah ich runde
Löcher vom Schweiß. :)
Nach dem Konzert unterhielt ich mich lange mit Norbert, einem Freund und Mitarbeiter einer Musik-Fachzeitung
(KEIN Visions oder Intro; es ist ein Fachblatt für die Branche selbst) über meine Idee, zur Popkomm zu fahren
und Werbung für tonair zu machen. Norbert hält dies für ein zwar heroisches aber nicht unbedingt viel
erfolgversprechendes Vorhaben. Egal, ich mache datt: Hacken wundlaufen für tonair!
Beim Herumlaufen auf dem Gelände gelangte ich zu vorgerückter Stunde mit Andi zu einem vegetarischen
Essensstand. Dort trafen wir Menschen, die uns viel bedeuten (ach mannometer, es sind halt Freunde!), und wir
bekamen Essen geschenkt. Wie glücklich wir waren! Und das hat sooo gut geschmeckt. Nochmal danke!
Am Ende des letzten Konzertes wurde nach einer längeren Jurybesprechung (nur eine Fachjury sollte heute
abend über das Schicksal der vier jungen Bands entscheiden) das Ergebnis verkündet: Jettison als Sieger vor
tonair, Homeslice und Celest. Einen kleinen Dämpfer hat dies schon den Jungs angetan, aber trotzdem haben
wir gefeiert. Am nächsten Tag sollten wir eine überaus nette e-mail von einem neuen Fan erhalten: Florian aus
dem Ruhrpott. Er hat durch Zufall dem Konzert beigewohnt und war hin und weg. Solche Erlebnisse sind
naturgemäß stark aufbauend.
Am Ende des Abends war es schließlich halb drei, und Andi und ich mussten heim. Es blieb nichts anderes übrig
als ein Taxi. Aber wir hatten Glück (neiiiin, wir fuhren nicht gratis - es war sauteuer): der Fahrer war ein
Altrocker, welcher erstaunlicherweise klassische Musik hörte, und sich wunderte, dass so spät noch etwas im
Feierwerk los sei. Früher war dies wohl die Regel, aber in den letzten Jahren hat sich dies scheinbar
verschlechtert. Ich meinte daraufhin, dass früher alles besser war, und er meinte lapidar "ja". Ach, und die
Musik-Auswahl war früher beim Feierwerk-Fest auch besser. Wir haben ihm nicht erzählt, dass Andi gerade eben
dort auftgetreten ist. Hätte mich interessiert, was er dazu gesagt hätte. Genauso interessiert hätte es mich, ob
er schon mal Taxi gefahren ist für jemanden, der zu ihm meinte "Fahren Sie diesem Auto nach". Ich habe am
nächsten Tag nämlich einen Film gesehen, in dem sowas vorkam, und ich bin neugierig, ob es so etwas wirklich
gibt.
sportliche grüße
der paul |