Der heutige Spielplan sah die Begegnung mit Subterfuge aus Düsseldorf vor. Die Jungs waren sehr professionell:
sie begrüßten uns gleich zu Beginn und stellten sich alle vor. Zur Besetzung tonairs meinten sie: "Nur drei Leute?
Das ist ja pflegeleicht." Die genaue Zeit des Beginns des tonair-Konzerts war egal, sie mußten lediglich um viertel
nach zehn aufhören. Um viertel vor zehn war es soweit: tonair stehen auf der Atomic-Bühne! Für mich
persönlich die Erfüllung jeglicher Wünsche - OK, im Moment wünsche ich mir noch eine spuckebillige
Altbauwohnung in Sendling - und eine Genugtuung an die Türsteher. Denn diese waren Andi und mir gegenüber
schon mal sehr strikt wegen des Reinlassens. Jedenfalls war der Sound überwältigend gut, und die Jungs hatten
ihren Spaß. Am Ende forderte man sogar noch eine Zugabe, und dieser Wunsch wurde erfüllt (obwohl meines
Wissens keine Zugabe vorgesehen war - wegen der knappen Zeit). Eine Delegation der Groupies schrie lauthals
nach "Clinically Dead" und auch dieser Bitte wurde prompt nachgegangen. Ich bin gespannt, wie lange man eine
derartig persönliche Fanbetreuung noch aufrecht erhalten kann...
Beim Abbau war ich heute nicht tätig, da ich eine neue Funktion bekam: Merch-Man (oder auch CD-Verkäufer).
Als Erstes kam der Sänger von Subterfuge und erstand einen Tonträger. Er war sehr angetan vom Konzert und
der Musik. "Mit Anfang zwanzig haben wir nicht so geklungen", hat er g'sagt und wollte nur nicht "altklug"
daherkommen. Ihr eigenes Konzert litt leider unter etlichen technischen Problemen, was sie scheinbar auch ein
wenig aus dem Konzept brachte.
Nach dem Konzert weilten wir lange Zeit im Backstage-Raum: Er war einfach zu schön geschmückt, und der
Kühlschrank zu verlockend voll voller Bier. Und dieses wurde auch kontinuierlich nachgefüllt! Außerdem hatten
Subterfuge Sushi erstanden und ließen uns brüderlich daran teilhaben. Es war eine Premiere für meinen Gaumen,
und ebendieser freute sich sehr. Subterfuge fragte ich beiläufig, was die Übersetzung ihres Bandnamens sei, und
sie teilten mit, daß er "Betrug, Hintergehen" und ähnliches war. Ich folgerte als logische Konsequenz, daß man
also seine Freundin betrüge, wenn man ihre Musik gut fände. Dies wurde vehement dementiert.
Die "Düsseldorfer" ließen sich im Laufe des Abends immens viele Wortspiele mit "Gay" einfallen: Gay-ologie,
Gay-ntechnologie, Bill Gay-tes, Gay-hnen ... Kommt an dieser Stelle in elektronischer Form unter Umständen
nicht sehr witzig daher, aber die Jungs hatten sichtlichen Spaß dran. Zu späterer und schon fortgeschrittenerer
Stunde beschloß man, daß die Plakatwände mit Devotionalien Subterfuges zu schmücken seien. Es war aber nur
noch Platz an der Decke, die wiederum nur unter schwierigsten Kletterbedingungen (bestimmt eine 8+) zu
erreichen war. Man drängte den Autor (oder drängte er sich auf? Die Erinnerungen schwächeln da etwas...) zur
Kletterpartie und fix war das Propagandamaterial befestigt. Nur vergaß der Autor leider beim Runtersteigen die
Existenz einer Kaffeekiste und so befand sich deren Inhalt (Zuckerwürfel und Milchpackungen) auf den Sesseln,
dem Tisch und dem Boden. Dies entging dem Diensthabenden natürlich nicht (so etwas wie der Chef vom
Dienst), und so bekam der Autor sein Fett weg à la "Solche Aktionen läßt Du beser in Zukunft. Bleib einfach auf
dem Boden!". Aber auch Bernd bekam sein Fett weg, denn er hatte jemanden in den Backstagebereich gelassen.
Und dies war wohl für uns untersagt. Aber der Hereingelassene war niemand anders als der Schlagzeuger von
den Sportfreunden, Flo. Bernd stellte mich ihm vor, und er nahm mich sofort in den Arm und sagte: "Sers,
Paule". Ach, habe ich vergessen zu erwähnen, daß Schlagzeuger-Flo vorher auf der Wiesn war und naturgemäß
lattenstramm?
Beim Einladen der Sachen in die Autos habe ich mehr oder weniger aus Versehen eine Flasche Wasser an mich
angenommen und diese mit den Musik-Sachen herausgetragen. Unter den grimmigen Blicken der Türsteher sagt
ich kleinlaut: "Upps, die Flasche bringe ich gleich zurück". Es kam keine Gegenreaktion.
baba,
der paul |