Landstraße über Landstraße folgt, bis wir aus München über Altomünster über Aichach in Donauwörth gelandet sind. Dort finden wir uns dem riesigen Fabrikgelände von Eurocopter gegenübergesetzt, von Jugendzentrum weit und breit keine Spur. Die ersten Jugendlichen, die wir auf der Strasse treffen, brauchen wir nicht nach dem Jugendzenrum zu fragen: ihnen ist bereits klar, wo wir hinwollen, bevor wir den Mund aufmachen können.
Im Stellwerk - genauso heißt das Jugendzentrum, scheinbar etwas von der DB übernommenes, weil sich neben dem Gebäude unglaublich viele Gleise befinden - angekommen, finden wir zwei Tische voller Leute, darunter Flo und Josua. Man ißt Spaghetti mit Tomatensoße, gekocht und serviert von den Mitarbeiterinnen des JuZe, allesamt schwirren sie herum wie die Bienen, sogar aufgeräumt und gespült wird von ihnen. Es ist genauso fürsorglich, wie es klingt. Warmes Essen, viel zu trinken, Süßigkeiten und Obst stimmen sehr froh.
Insgesamt treten mit tonair zusammen vier Bands auf: Jamistry, everest und Flavoured. Beim Auftritt handelt es sich um eine Art Mini-Festival, das aus mir nicht erfindlichen Gründen Lunatic heißt. Der Soundcheck ging schnell vonstatten, und dann hieß es Zeit vertreiben. Um Zigaretten und Batterieren zu kaufen, mußte man mit dem Auto zur weit entfernten Tanke. Aber auch das kostete nicht viel Zeit. Gottseidank befand sich im Backstageraum ein Kicker, der für viel Kurzweile sorgte.
Während des Kickerns begann die erste Band, und es fiel schwer, nach oben zu gehen und diese zu gucken. Aber aus Solidarität gingen wir zur Bühne und schauten Jamistry zu. Die machten geschmeidigen Rock. Und danach waren tonair dran.
Andi erzählt via Mikrophon von ihrer Pop-Mission, und los ging`s. Das leicht punkig angehauchte Publikum stand recht stocksteif herum. Aber nach einer Weile gab es ein bisserl Mitgewippe, und kaum jemand hat den Saal verlassen. Immerhin. Ein Mädchengrüppchen vollführte einen Gemeinschaftstanz, in den Josua während seiner Pause miteingebaut wurde. Sehr lustig, das.
"You and me" wurde von Andi mir gewidmet; dies hat ein wenig Schamesröte bei mir hervorgerufen. Aber trotzdem oder genau deswegen war es umso schöner. Nach dem Konzert schmiß ich den Verkaufsstand, aber der Konsum lief leider lediglich schleppend. Na ja, das Publikum stand eher auf etwas härtere Kost, wie sie von everest dargeboten wurde. Emo, Emo und nochmals Emo. Zudem ein sehr fetter Sound und eine ordentlich Show. Zum Schluß bauten sie eine Metal-Pyramide, bestehen aus den drei Saiten-Spielern.
Abbauen und abhängen zum Schluß, die vierte Band (Flavoured) heben wir nur noch am Rande mitbekommen. Dann wieder ab auf die Landstraße mit Coldplay in der Autoanlage.
Das Landei Paul |